Wer einmal die Behaglichkeit und Gemütlichkeit eines Kaminofenfeuers kennengelernt hat, möchte meist auch im eignen Zuhause darauf nicht mehr verzichten. Mit der zunehmenden Verbreitung von Kaminöfen in Österreich nimmt allerdings auch die Zahl der Rauchfangbränds zu. Die Ursache ist häufig ein unsachgemäßer Umgang mit der eigenen Feuerstätte. Wir zeigen Ihnen, wie Sie einen Rauchfangbrand frühzeitig erkennen können und geben Ihnen wertvolle Tipps, damit es erst gar nicht zum Brand kommen kann.
Was ist ein Rauchfangbrand?
Bei einem ungewollten Rauchfangbrand (auch Kamin- oder Rußbrand genannt) entzünden sich unkontrolliert Rußpartikel, die sich an der Innenseite des Schornsteins angesammelt haben. Durch die hohen Temperaturen von bis zu 1.600 Grad Celsius entsteht Brandgefahr für das gesamte Haus. Zusätzlich kann Funkenflug aus dem Kamin angrenzende Gebäude entzünden.
Bei einem kontrollierten Rauchfangbrand ist das Ausbrennen der Abgaswege gewollt. Das kontrollierte Ausbrennen wird in der Regel als letztes Mittel angewendet, um gefährlichen Glanzruß zu entfernen. Das Ausbrennen des Kamins zur Entfernung von Ruß darf nur von Fachleuten durchgeführt werden.
Wie entsteht ein Rauchfangbrand?
Rußablagerungen im Kamin entstehen durch eine unvollständige Verbrennung fossiler Brennstoffe, wie Holz oder Kohle. Unverbrannte Kohlenwasserstoffe steigen als Ruß auf und lagern sich an der Innenwand des Rauchfangs ab. Die Rußablagerungen entstehen entweder aufgrund einer zu niedrigen Verbrennungstemperatur oder einer zu geringen Sauerstoffzufuhr bei der Verbrennung.
Ein für den Kaminofen falsch dimensionierter Schornstein (zu kleiner oder zu großer Rohrdurchmesser) kann darüber hinaus die Entstehung von Rußablagerung begünstigen.
Falsche Verbrennungstemperatur
Gut getrocknetes Brennholz hat eine Restfeuchte bis maximal 20 Prozent. Damit eine niedrige Restfeuchte erreicht werden kann, ist die (trockene) Lagerung über mindestens zwei Jahre erforderlich. Bei zu feuchtem Holz muss ein großer Teil der Verbrennungsenergie aufgewendet werden, um die Feuchtigkeit aus dem Holz zu treiben. Die Verbrennungsprozesse können nicht richtig ablaufen und mit dem Feuer entsteht Ruß. Die Rußpartikel steigen auf und können sich an der Kamininnenwand festsetzen.
Sauerstoffmangel
Ist die Feuerstätte mit Brennholz überladen oder wird die Luftzufuhr über die Luftklappen zu stark gedrosselt, kann das Holz nicht mehr vollständig abbrennen. Hierbei kommt es zu einer starken Rußbildung. Die Folge ist, dass Rußpartikel nach oben getragen werden und sich an der Schornsteininnenwand festsetzen können.
Falsch dimensionierter Schornstein
Eine weitere Ursache für die Ablagerung von Ruß kann ein falsch dimensionierter Kamin sein. Denn ist der Querschnitt der Abgaswege zu klein, kann das Rauchgas nicht schnell genug entweichen und die Rußpartikel lagern sich leichter ab. Auf der anderen Seite bleiben zu groß dimensionierte Schornsteine nach dem Anheizen zu lange kühl. Sind die Abgaswege noch kühl, steigt die Gefahr, dass die aufsteigenden Gase kondensieren und sich verstärkt Ruß an der Schornsteininnenwand niederschlägt
Welche Arten von Schornsteinbränden gibt es?
Die häufigste Ursache für Rauchfangbrände in Österreich ist der Glanzruß. Der Glanzrußbrand stellt leider auch die gefährlichste Brandart unter den Rußbränden dar, weil er von der Feuerwehr nur selten gelöscht werden kann. Beim Glanzrußbrand muss sich die Feuerwehr in der Regel darauf beschränken den Kamin kontrolliert ausbrennen zu lassen. Dabei wird das Mauerwerk extrem heiß und nicht selten steigen meterhohe Flammen aus dem Kamin.
„Ungefährlicher“ sind Staubruß- oder Flockenrußbrände, da sie von der Feuerwehr leichter eingedämmt werden können als Glanzrußbrände. Darüber hinaus können Staub- und Flockenruße vom Rauchfangfkehrer leichter aus den Abgaswegen gekehrt werden, da sie weicher sind und weniger zäh an der Schornsteininnenwand haften.
Tipps zur Vermeidung von Rußbränden
Wenn Sie die folgen SKamin-Tipps befolgen, können Sie Rußbrände normalerweise problemlos vermeiden:
- Nutzen Sie ausschließlich naturbelassenes, trockenes Holz (Restfeuchte bis maximal 20%).
- Kaufen Sie sich ein Messgerät, um die Feuchtigkeit Ihres Brennholzes zuverlässig bestimmen zu können.
- Verwenden Sie Laubholz anstatt Nadelholz zum Heizen, denn Nadelholz produziert mehr Funken, die durch die Zugluft weit in den Schornstein getragen werden können.
- Verwenden Sie kein Zeitungspapier, Pappe oder flüssige Brennstoffe zum Anheizen, da bei der Verbrennung verstärkt Rußpartikel entstehen.
- Achten Sie darauf, dass die Luftklappen geöffnet sind und dem Feuer ausreichend Sauerstoff liefern.
- Überfüllen Sie den Kaminofen nicht mit zu viel Brennholz.
- Entfernen Sie regelmäßig Verbrennungsrückstände aus dem Kaminofen.
- Halten Sie alle Termine Ihres Rauchfangkehrers (zur Kamin-Wartung) ein.
- Prüfen Sie, ob der Querschnitt Ihres Kamins zur Größe Ihrer Feuerstätte passt. Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie einen Experten!
- Überprüfen Sie den Zug im Kaminofen. Denn zu starke Zugluft kann Glut und Funken in den Kamin ziehen.
- Verzichten Sie auf ein Kaminofenfeuer an besonders stürmischen Tagen, da durch die starken Winde am Dach leichter Glut in den Schornstein gezogen werden kann.
Was tun, wenn Glanzruß entstanden ist?
Wenn Sie Glanzruß in Ihrem Kaminofen entdecken, sollten Sie nicht selbst versuchen ihn zu entfernen. Wenden Sie sich stattdessen schnellstmöglich an einen Rauchfangkehrer Ihres Vertrauens. Er muss entscheiden, wie in Ihrem konkreten Fall vorzugehen ist. Entweder ist eine effektive Entfernung mit speziellen Werkzeugen (eventuell in Verbindung mit Chemikalien) möglich oder der Kamin muss vom Rauchfangkehrer kontrolliert ausgebrannt werden.
Wie erkennt man einen Rauchfangbrand?
Rauchfangbrände werden in der Regel erst spät bemerkt. Häufig bemerken Passanten oder Nachbarn den Brand sogar noch vor den Hausbesitzern. Typisch für den Rauchfangbrand sind eine starke Rauchentwicklung und hohe Flammen, die aus dem Kamin schlagen.
Dessen ungeachtet gibt es einige Warnzeichen für die Entstehung eines Rauchfangbrands, auf die Sie achten können. Erste Anzeichen für einen Rauchfangbrand sind:
- sehr heiße Kaminofenwange,
- intensiver Rauchgeruch in der Wohnung,
- starker Funkenflug im Kaminofen,
- starke Flammen- und Glutbildung.
Richtiges Verhalten beim Rauchfangbrand
Beim Rauchfangbrand entstehen Temperaturen von bis zu 1.600 Grad Celsius. Aufgrund der sehr hohen Temperaturen ist eine klassische Brandbekämpfung oft nicht möglich. Das Löschen mit Wasser oder Schaum kann die Situation häufig nur verschlechtern. Denn es würde Wasserdampf entstehen, der durch die schmalen Abgaswege des Kamins nicht schnell genug entweichen kann. In der Folge würde es zu einem explosionsartigen Aufplatzen des Kamins kommen.
Sie sollten daher keinesfalls versuchen den Kaminofenbrand selbst zu löschen. Rufen Sie stattdessen sofort die Feuerwehr und konzentrieren Sie sich darauf, Sekundärbrände in der Wohnung zu verhindern. Denn Funken aus dem Kaminofen könnten schnell Möbel, die sich in der Nähe befinden, in Brand stecken.
- Wählen Sie sofort den Notruf 112 und verständigen Sie die Feuerwehr.
- Versuchen Sie die Luftzufuhr zu drosseln indem Sie die Ofentür und alle Luftklappen am Kaminofen schließen.
- Entfernen Sie brennbare Gegenstände in der Nähe des Kaminofens.
- Unterstützen Sie die Feuerwehr bei der Zufahrt (Tore öffnen, Fahrzeuge entfernen etc.).
Fazit
Mit der zunehmenden Verbreitung von Kaminöfen in Österreich nimmt auch die Zahl der Rauchfangbrände zu. Die Brände sind jedoch in der Regel vermeidbar, da sie normalerweise auf eine falsche Benutzung des Kaminofens zurückzuführen sind.
Oftmals wird falsches Brennmaterial verwendet oder die Luftklappen sind nicht geöffnet, was dazu führt, dass das Feuer nicht genug Sauerstoff für eine adäquate Verbrennung erhält. Mit der Zeit setzen sich bei einer solchen Konstellation Rußpartikel an den Innenwänden des Kamins ab. Die im Kaminrohr angelagerten Rußpartikel können sich anschließend durch Funkenflug entzünden und den Rauchfangbrand auslösen.
Falls Sie weitere Fragen zum Thema „Rauchfangbrand“ haben oder eine Beratung zu unseren Produkten wünschen, zögern Sie nicht, jetzt unser kompetentes Serviceteam telefonisch, per Kontaktformular oder E-Mail zu kontaktieren.